Gartenvorteil Hochbeet

Es gibt Ecken in unserem Schrebergartenglück, da wollte es bislang mit dem Anbau von Gemüse nicht so recht klappen. Schuld daran sind die Wurzeln benachbarter Bäume und Hecken wie Flieder, Forsythien und Spierstrauch, die hier schon lange wachsen, und bis zum Gemüsebeet unterirdisch wuchern. „Wurzeln abstechen, Erde umgraben und durch ein Durchwurfgitter sieben“, war der Rat eines Gartennachbarn. „Das hat euer Vorgänger auch so gemacht.“ Das ist sicher eine gute Idee und zielführend. Aber wenn man berufstätig ist und nicht Rentner wie der frühere Pächter, dann ist eine schnelle, komfortablere Lösung doch verlockender. Ein Hochbeet ist dafür wie geschaffen – und es sieht auch noch schön aus.

Wir haben uns für ein fertiges Hochbeet aus Douglasienholz aus dem Baumarkt entschieden. Douglasie ist ein formstabiles, festes Holz, das schnell trocknet. Fachleute sagen, dass bei einem Hochbeet aus Douglasie durchaus auf die Folie als Innenverkleidung verzichtet werden kann. Da wir nicht für die Ewigkeit bauen und auf Kunststoff verzichten wollen, ist Douglasie also das Holz unserer Wahl. Für 179 Euro auch eine relativ günstige Variante. Zunächst – denn man braucht doch auch noch Drahtgitter für den Boden, damit die diversen Nager im Boden nicht auf die Idee kommen, es sich im Hochbeet häuslich einzurichten, und jede Menge Erde.

Hochbeet – Step by Step

Der Aufbau eines Fertighochbeetes geht relativ rasch. Alle Teile sind bereits zugeschnitten, die benötigten Holzschrauben liegen auch bei und mit einem guten Akku-Schrauber steht das Gerüst 1, 2, 3 fertig da. Douglasienholz ist sehr schwer, sodass wir die Hilfe von Gartennachbarn brauchten, um das Hochbeet an seinen Platz zu schaffen. Im Anschluss wurde das Holz noch mit einer umweltfreundlichen Lasur gestrichen und noch einmal auf den Kopf gestellt, um ein Gitter am Boden anzubringen. Das Gitter soll Mäuse und Ratten abhalten, sich in der Kiste einzunisten.

Dann ging es ans Füllen: Unterste Schicht bilden Holzabfälle, die während des Winterschnittes an Bäumen und Büschen angefallen sind. Als nächstes haben wir den noch nicht verrotteten Kompost unseres Komposthaufens hinein gefüllt und Platz für neuen Bio-Abfall geschaffen, der im Laufe des Sommers im Garten anfällt. Das Hochbeet war damit aber gerade mal am Boden leicht bedeckt.

Also fuhren wir zur örtlichen Kompostieranlage. Dort erhält man zu erschwinglichen Preisen Kompost, Gartenerde oder auch Rindenmulch. Rund 300 bis 400 Liter Kompost aus der Anlage hatten im Hochbeet Platz. Zum Abschluss kamen noch einige Säcke Gemüseerde aus dem Gartenmarkt auf die üppige Kompostschicht. Unter www.kompost.de kann man nach örtlichen Kompostieranlagen suchen – darunter befinden sich auch Anlagen, die Produkte für den ökologischen Anbau anbieten.

Die geballten Nährstoffe, die im Kompost und in der Gemüseerde steckten, haben natürlich auch für üppiges Gemüse gesorgt. Noch im Frühjahr haben wir auf dem Hochbeet Salate und Kohlrabi angebaut. Im Sommer folgten unter anderem Zucchini, Auberginen, Paprika sowie Mangold. In diesem Frühjahr werden auf dem neuen Hochbeet neben Salat auch Zuckererbsen oder Radieschen kultiviert.

Buchtipp zum Schluss

Anregende Pflanzpläne für das Hochbeet und für die gesamte Gartensaison hält das Buch „Hochbeet-Gärtnern. Monat für Monat. Das Praxisbuch“ von Susanne Nüsslein-Müller bereit. Das Buch ist bei blv erschienen und kostet 12,99 Euro. Ein schönes Nachschlagewerk, das mehrere Hochbeettypen vorstellt und den Bau eines Hochbeetes beschreibt. Zahlreiche Rezepte, darunter Ausgefallenes wie Radieschenblättersuppe, sowie Tipps zur Pflege der Pflanzen und Saatgutgewinnung runden das Büchlein ab.