Mit dem Mond durchs Gartenjahr

Der Vollmond bringt einen unruhigen, traumreichen Schlaf. Das kennen sicher einige. Allein am Mondlicht kann das nicht liegen, wenn das Zimmer mit Jalousien abgedunkelt ist. Und dass der Mond mit seinen Phasen spür- und sichtbaren Einfluss auf das Leben der Erde nimmt, zeigen beispielsweise die Gezeiten. Die Anziehungskraft des Mondes bewegt das Meer und erzeugt Ebbe und Flut. Je nach Mondphase fällt die Flut stärker oder schwächer aus. Auch Pflanzen stehen unter Einfluss des Mondes. So soll der Umfang von Bäumen im Rhythmus des zu- und abnehmenden Mondes messbar dünner und dicker werden. Warum also sollte die Kraft des Mondes nicht auch Wirkung bei der Gartenarbeit zeigen? Früher, als die Menschen noch stärker vom Zyklus der Natur abhängig und auch intensiver mit ihr verbunden waren, haben sie nach Mondregeln gewirtschaftet – auf dem Acker und im Wald. Schon im Mittelalter gab es Kalender die sich am Mond orientierten. Heute erlebt der Mondkalender ein immer größer werdendes Comeback, vor allem bei Bio-Gärtnern.

Mondkalender und nützliches Nachschlagewerk

Wer sich an das Thema herantasten möchte, für den ist die Broschüre „Mit dem Mond durchs Gartenjahr 2017. Leben und Arbeiten in Harmonie mit Mond und Planeten“ von Michel Gros, erschienen im Leopold Stocker Verlag, eine gute Hilfe. Sie führt kurz und bündig in die Materie ein. Wem die Einführung zu wissenschaftlich ist, nutzt einfach die ausgesprochen hilfreichen Monatskurven. Sie fassen alle essentiellen Monddaten auf einen Blick zusammen und geben mit Kennfarben und Piktogrammen Hinweise, welche Pflanzen an welchen Tagen begünstigt sind. Einzelne Kapitel befassen sich mit der Aussaat, Pflege und Ernte im Gemüse- oder im Ziergarten. Die Broschüre zudem gibt Tipps, mit welchen Zusätzen zu welcher Zeit der Gartenboden natürlich gestärkt oder wann am besten Gehölze geschnitten oder veredelt werden. Nützlich sind auch die kompakte Übersicht über die Aussaatzeiten und die Notizseiten am Ende der Broschüre, die Einträge für das gesamte Jahr ermöglichen.

Laut Verlag zeichnet sich dieser Mondkalender auch dadurch aus, dass er mit astronomisch korrekten Sternbildern arbeitet. Die meisten im Handel erhältlichen Mondkalender würden auf Sternzeichen beruhen, die heute keine Gültigkeit mehr besitzen würden. Insofern ist die Broschüre von Michael Gros sicher auch anregend für eingeschworene Mondgärtner.

Pflanzen, Mond und Sternzeichen

Werfen wir doch mal einen kurzen Blick auf die Prinzipien des Mondgärtnerns. Die einfachste Mondgärtnerregel lautet: „Säe alles, was nach unten wächst, bei abnehmendem Mond, und alles, was nach oben wächst, bei zunehmendem Mond.“ Wichtig ist allerdings auch, ob der Mond auf- oder absteigt. Das Auf- und Absteigen des Mondes kann mit dem Lauf der Sonne veranschaulicht werden. Sie „wandert“ in unserer Hemisphäre im Winter in einem niedrigeren Bogen über unseren Himmel als im Sommer.

Grundsätzlich aber heißt es, dass sich

  • bei abnehmendem Mond die Kräfte der Pflanze in die Erde zurückziehen und das unterirdische Wachstum der Pflanze gefördert wird. Jetzt werden am besten auch Bäume und Sträucher geschnitten. Die Phase gilt als günstig für Ernte, Konservierung oder auch für Ungezieferbehandlung.
  • Bei Neumond sollten nur Arbeiten im Garten vorgenommen werden, die den Pflanzen helfen, sich zu regenerieren.
  • Bei zunehmenden Mond  steigen die Säfte wieder in die Pflanze. Jetzt ist die ideale Zeit, Blatt-, Frucht- und Blühende Pflanzen auszusäen, zu setzen oder umzutopfen. Es empfiehlt sich auch, während des zunehmenden Mondes Rasen nachzusäen.
  • Bei Vollmond ist die Gabe von Dünger günstig. Außerdem werden nach alter Tradition an Vollmond Heilkräuter gesammelt. Gehölze dürfen dagegen auf keinen Fall geschnitten werden.

Einfluss der Sternbilder

Einfluss nehmen zudem Sternbilder, die der Mond bei seiner Erdumrundung durchläuft. Die Sternzeichen werden mit den vier Elementen Feuer, Erde, Luft und Wasser in Verbindung gebracht und stehen für die Grundeigenschaften heiß, kalt, trocken und feucht. Auch die Pflanzen werden den Elementen zugewiesen. Daraus ergeben sich folgende Regeln:

  • Fruchtpflanzen wie Tomaten, Paprika, Bohnen oder Obst sind begünstigt, wenn der Mond vor einem dem Feuer zugehörigen Sternbild (Widder, Löwe oder Schütze) steht.
  • Wurzelpflanzen wie Karotten, Kartoffeln oder Sellerie nutzen die Kraft des Mondes, wenn dieser vor einem der Erde zugehörigen Sternbild (Stier, Jungfrau oder Steinbock) steht.
  • Blütenpflanzen wie Blumen oder Blumengemüse wie Artischocken, Blumenkohl erhalten mehr Energie, wenn der Mond vor einem der Luft zugehörigem Sternbild (Zwilling, Waage oder Wassermann) steht.
  • Blattpflanzen wie Salat, Spinat, Mangold oder Lauch erhalten günstige Impulse, wenn der Mond vor einem dem Wasser zugehörigen Sternbild (Fische, Krebs oder Skorpion) steht.

Wer also mit Verlauf des Mondes und in Harmonie mit den Planeten seinen Garten bewirtschaften möchte, der muss genaue Zeiten beachten. Zum Glück stehen einem praktische Kalender wie der von Michel Gros  dabei zur Seite. Und glücklicherweise gönnt einem der Garten im Winter eine kurze Verschnaufpause, um sich mithilfe dieses Nachschlagewerks einen kalendarischen Plan zu machen, wann welche Pflanze vorgezogen, ausgepflanzt, gepflegt oder geerntet werden sollte.